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Album de Marguerite d’Autriche – Rezitation und Solo-Sopran

12 September, 19:30

Liederbuch von Margarete von Österreich: Echo einer Fürstin der Renaissance

Elodie Charpié, Juana Fernandez, Madeleine Fiedeldeij und Tzu-Chi Kuo – Blockflötenconsort Les Oiseaux Enchantés
Aurélie Wolhauser – Sopran und Rezitation

Werke von Pierre de la Rue, Josquin Desprez, Gilles Binchois, Alexander Agricola u.a.

Sie war mit dem zukünftigen König von Frankreich verlobt, mit dem spanischen Thronfolger sowie mit dem Herzog von Savoyen verheiratet und regierte als Statthalterin der Habsburgischen Niederlande – und doch ist Margarete von Österreich (1480–1530) heute nur wenigen bekannt. Dabei war sie eine der einflussreichsten Frauen der Renaissance, eine leidenschaftliche Mäzenin und Kunstsammlerin, eine Diplomatin ersten Ranges.
Bei aller Politik verlor Margarete jedoch nie den Blick für die Schönheit: an ihrem Hof verkehrten Maler, Dichter, Gelehrte und Musiker. Insbesondere lässt sie sich in Mechelen einen persönlichen Chansonier, ein Lieder- oder Musikbuch, anlegen. Dass sich darin die Chansons Mille regretz von Josquin Desprez und Secretz regretz von Pierre de la Rue finden, deutet an, dass Musik für Margarete keine Unterhaltung, sondern emotionaler Ausdruck war.
Das Konzertprogramm spiegelt Margaretes Lebensreise wider. Die meisten Werke stammen aus Quellen, die eng mit ihr verbunden sind: Das Manuskript 228, das heute in der Bibliothèque royale de Belgique aufbewahrt wird, ist eben jener Grosse Chansonnier Album de Marguerite d’Autriche, den sie persönlich zusammenstellen liess. Der Basevi Codex, heute in der Bodleian Library Oxford, ist eine weitere Handschrift aus ihrem unmittelbaren Umfeld. Josquin Desprez, Loyset Compère und vor allem Pierre de la Rue gehörten zu den Komponisten, die sie besonders schätzte.
Die Tänze von Pierre Attaingnant und die Fantasien von Eustache Du Caurroy stammen dagegen von einer späteren Generation: Sie erklingen hier als stilistisches Echo jener franko-flämischen Tradition, die Margarete mitprägte. Was von ihr überlebt hat, ist also nicht die Macht, sondern die Schönheit der Kunst, die sie als Mäzenin förderte und so zu Leben und Blühen verhalf.

 

Details

Veranstaltungsort

  • Johanneskirche
  • Limmatstrasse 112
    Zürich, 8005 Switzerland

Veranstalter